
- Verfasst vonPhilip Liebenow
- Veröffentlicht am19February
- Lesezeit7min
Die betriebliche Altersvorsorge (bAV) ist für viele Arbeitnehmer:innen ein wichtiger Bestandteil der Altersvorsorge. Doch herkömmliche bAV-Verträge sind häufig mit hohen Abschlussprovisionen belastet, die nicht transparent ausgewiesen werden. Im Versicherungsjargon heißt es: eine solche bAV “startet mit Bauch”. Was das bedeutet? In den ersten Vertragsjahren fließt ein erheblicher Teil der Beiträge nicht in die Kapitalanlage, sondern in die Tilgung von Provisionen. Das sabotiert den Zinseszinseffekt – und damit den langfristigen Vermögensaufbau. Die Lösung: eine provisionsfreie bAV.
Auf einen Blick
Kostenfalle: Marktübliche bAV-Verträge mit Abschlussprovision (oft 2,5 % der Gesamtbeitragssumme) kosten mehrere tausend Euro – und bremsen den Zinseszinseffekt.
Vertrag mit Bauch: In den ersten Jahren liegt das Vertragsguthaben unter der Summe der eingezahlten Beiträge – der Vertrag ist im Minus.
Provisionsfreie Alternative: Moderne Modelle sind provisionsfrei und haben nur geringe laufende Kosten, die transparent ausgewiesen werden – somit fließen deutlich mehr Beiträge direkt in die Kapitalanlage, was für eine höhere Rendite von Beginn an sorgt.
1. Abschlussprovisionen in der bAV: Das versteckte Problem
Das Problem der Abschlussprovisionen
In vielen herkömmlichen bAV-Verträgen landet ein Teil der eingezahlten Beiträge nicht direkt in der Kapitalanlage. Vermittler oder Versicherungsvertreter erhalten Abschlussprovisionen, die in der Regel 2,5 % der Summe aller geplanten Einzahlungen* betragen – das können bei einer 30-jährigen Laufzeit mehrere tausend Euro sein.
Warum Abschlussprovisionen so intransparent sind
Das Problem: Diese Kosten sind für Mitarbeitende in der Regel nur schwer nachzuvollziehen. Sie werden nicht als einmalige Zahlung ausgewiesen, sondern mit den laufenden Beiträgen verrechnet. Praktisch bedeutet das: In den ersten Vertragsjahren liegt das Vertragsguthaben unter der Summe der eingezahlten Beiträge. Der Vertrag ist im Minus – im Versicherungssprech startet er “mit Bauch”.
2. Die Folgen
Ein geschwächter Zinseszinseffekt
Der Zinseszinseffekt ist der stärkste Hebel beim langfristigen Vermögensaufbau. Je früher Geld investiert wird, desto länger kann es Zinsen erwirtschaften – die wiederum verzinst werden. Wenn aber in den ersten Jahren ein erheblicher Teil der Beiträge für Provisionen aufgewendet wird, steht dieses Geld nicht für die Kapitalanlage zur Verfügung. Der Zinseszinseffekt kann sich so erst mit großer Verzögerung entfalten.
Zusätzliche Verluste bei Arbeitgeberwechsel oder Beitragserhöhung
Da Provisionsverträge erst nach mehreren Jahren ihren „Break-even“ erreichen (das Guthaben erreicht die Summe der eingezahlten Beiträge), entstehen bei frühem Arbeitgeberwechsel oft reale finanzielle Verluste. Wer seinen Job nach 5 Jahren wechselt, hat möglicherweise weniger im Vertrag, als ursprünglich eingezahlt wurde. Und wenn Mitarbeitende ihre Beiträge erhöhen – auf eigene Initiative oder in einer vereinbarten Dynamik zum Inflationsausgleich – werden bei vielen klassischen Verträgen oft erneut Abschlussprovisionen fällig. Das verstärkt das Problem zusätzlich.
Provisionsfreie bAV: mehr Fairness, mehr Rendite
Provisionen haben bei vielen Versicherungsprodukten ihre Berechtigung. Aber wenn – wie in der bAV – ganze Belegschaften strukturell gleichartige Verträge abschließen (sollen), haben sie keinen Platz.
Zeit für einen neuen Standard
Als Instrument zur Altersabsicherung sollte die bAV gerade in Zeiten einer massiven Rentenlücke so gestaltet sein, dass ein möglichst großer Teil der Beiträge tatsächlich in die Kapitalanlage fließt. Moderne, provisionsfreie bAV-Modelle setzen daher auf:
- Volle Transparenz & geringe Gebühren: Keine versteckten Kosten, klar ausgewiesene und schlanke Gebührenstruktur.
- Höhere Renditechancen ohne Provisionen: Beiträge erwirtschaften vom ersten Tag an Zinsen und Zinseszinsen.
- Nachhaltiges Vertrauen: Die bAV wird als echter Benefit wahrgenommen.
Warum Transparenz bei Kosten so wichtig ist
Nur wenn ein bAV-Vertrag keine unangemessen hohen Gebühren hat (weder zum Abschluss noch laufend), kann und mag der Anbieter sie auch in einer App laufend sichtbar machen. Transparenz ist das Gegenteil von versteckten Provisionen – und schafft echtes Vertrauen bei Mitarbeitenden.
Fazit: Abschlussprovisionen sind der Renditekiller in der bAV
Abschlussprovisionen von 2,5 % der Gesamtbeitragssumme klingen harmlos – kosten aber über die Laufzeit mehrere tausend Euro an entgangener Rendite. Als ein Instrument zur finanziellen Absicherung im Alter muss die bAV – gerade in Zeiten einer massiven (und wachsenden) Rentenlücke – so gestaltet sein, dass ein möglichst großer Teil der Beiträge tatsächlich in die Altersvorsorge der Mitarbeitenden fließt. Provisionsfreie bAV-Modelle sind die fairere, renditestärkere Alternative.


