
- Verfasst vonPhilip Liebenow
- Veröffentlicht am19.March
- Lesezeit6min
Betriebliche Altersvorsorge (bAV) war lange Zeit an persönliche Verkaufsgespräche gebunden. Doch in Zeiten von Trade Republic und Scalable Capital ändert sich das: Immer mehr Sparer möchten heute in Eigenregie und digital über ihre Investments entscheiden. Die private Vorsorge funktioniert längst per App – transparent, kostengünstig und ohne klassischen Vertrieb. Und auch in der betrieblichen Altersvorsorge tun sich moderne Anbieter hervor – über die digitale, provisionsfreie bAV im Self-Service abgeschlossen und gemanagt werden kann. Was nicht für Provisionen ausgegeben wird, arbeitet für die Rendite. Mehr Rendite bedeutet am Ende: mehr Rente.
Auf einen Blick
Neue Erwartungshaltung: Von Trade Republic & Co. gewohnt – Nutzer erwarten heute Self-Service per App statt Verkaufsgespräche.
Provisionen als Kostenfalle: Klassische bAV-Verträge sind oft mit hohen Abschlussprovisionen belastet, die in den ersten Jahren die Rendite schmälern.
Maximale Investitionsquote: Bei provisionsfreien Modellen fließt der ganz überwiegende Teil der Beiträge direkt in die Kapitalanlage statt in Vertriebskosten.
Digitale Eigenverantwortung: Mitarbeitende steuern ihre ETF-Strategie selbstbestimmt per App – und bekommen bei Bedarf Support per Knopfdruck.
1. Der Wandel der Nutzererwartungen: Von analog zu digital
Die Erwartungen an Finanzprodukte haben sich grundlegend gewandelt. Plattformen wie Trade Republic oder Scalable Capital haben gezeigt: Nutzer erwarten heute digitale, transparente Lösungen – ohne komplizierte Prozesse, ohne lange Wartezeiten, ohne intransparente Kostenstrukturen.
Was sich in der privaten Vermögensanlage durchgesetzt hat, erreicht nun auch die betriebliche Altersvorsorge und setzt neue Standards:
- Digital: Abschluss und Verwaltung komplett über eine App
- Transparent: Alle Kosten, Beiträge und Renditen jederzeit einsehbar
- Volle Kontrolle: Nutzer entscheiden selbst, wann und wie viel sie sparen / investieren
Auch in der betrieblichen Altersvorsorge erwarten Mitarbeitende zunehmend diese Standards.
2. Die Kostenfalle: Provisionen als Renditekiller
In der klassischen bAV-Welt sind Abschlussprovisionen weit verbreitet. Oft werden diese Provisionen als Kosten für persönliche Beratung gerechtfertigt. Diese Kosten trägt der Arbeitnehmer – direkt aus seinen Beiträgen.
Wie Provisionen die Rendite schmälern
In der marktüblichen bAV fließen in der Regel 2,5 % der Beitragssumme (d.h. aller bei Vertragsschluss über die Laufzeit vereinbarten Einzahlungen als “gezillmerte” Provision in den ersten fünf Jahren an Makler. Und bei späteren Beitragserhöhungen, gegebenenfalls über eine sogenannte Beitragsdynamik, wird erneut Provision fällig.
Bei einer 30-jährigen Laufzeit und 200 € monatlichem Beitrag sind das 1.800 €, die in den ersten Jahren fehlen. In einer solchen bAV liegt das Vertragsguthaben in den ersten Jahren oft unter den eingezahlten Beiträgen. Vertriebssprech: Der Vertrag “hat einen Bauch”.
Das Problem: Durch die Zillmerung schmälern die Vertriebskosten besonders in den ersten Vertragsjahren das angesparte Vermögen erheblich. Das sabotiert den Zinseszinseffekt – den wichtigsten Hebel bei langfristigem Sparen.
3. Provisionsfrei investieren: Der Großteil für die Altersvorsorge
Moderne bAV-Anbieter brechen bewusst mit dem Provisionsmodell und setzen auf Self-Service-Plattformen.
Das Ergebnis:
- Der Großteil der Beiträge fließt direkt in die Kapitalanlage (abzüglich geringer laufender Kosten)
- Das Vermögen baut sich schneller auf (Zinseszinseffekt)
- Die Rente fällt am Ende deutlich höher aus
4. Digital und selbstbestimmt investieren
Moderne bAV-Plattformen ermöglichen den bAV-Abschluss komplett digital – ohne langwierige Abstimmungsschleifen oder Papierkram. Was bei Trade Republic & Co. längst Standard ist, funktioniert auch in der betrieblichen Altersvorsorge:
- Arbeitnehmer wählen selbstbestimmt ihre Anlagestrategie (z. B. weltweit diversifizierter ETF)
- Alle Informationen sind jederzeit in der App einsehbar: Beiträge, Rendite, Kosten
- Volle Transparenz: Keine versteckten Gebühren, keine “Vertriebstricks”
5. Service statt Sales: Support bei Bedarf per Knopfdruck
Digital bedeutet nicht alleingelassen. Bei modernen bAV-Produkten steht oft ein dediziertes Support-Team sowie umfangreiche Informationsmaterialien zur Verfügung:
- Fragen zum Tarif, zur App oder zu den ETF-Optionen werden schnell und digital beantwortet
- Kein Verkaufsgespräch, sondern echte Hilfe bei der Nutzung
- Häufig Zugriff auf Wissensdatenbanken, FAQs und Video-Tutorials
Persönliche Information bei Bedarf: Sollte die digitale Plattform aus Sicht eines Arbeitnehmers nicht ausreichen, bieten moderne Anbieter häufig auf Wunsch auch persönliche Information zum betrieblichen Vorsorgemodell an. Dies umfasst z.B.:
- Technische Funktionsweise (z. B. Entgeltumwandlung)
- Förderung (Arbeitgeberzuschuss)
- Regelungen zur Unverfallbarkeit
- Auswirkungen in gängigen Störfällen (z. B. Ausscheiden, Elternzeit)
Das Ergebnis: Mitarbeitende erhalten die Unterstützung, die sie brauchen – ohne dafür mit Provisionen zu bezahlen.
Fazit: Mehr Rente durch weniger Kosten
Die betriebliche Altersvorsorge muss kein teures, intransparentes Produkt sein. Was in der privaten Vorsorge längst Standard ist – Self-Service per App, transparente Kosten, keine Verkaufsgespräche – funktioniert auch in der bAV.
Mit einem provisionsfreien, digitalen Modell nach dem Trade-Republic-Prinzip fließt der Großteil der Beiträge dorthin, wo er hingehört: in die zukünftige Rente. Der Verzicht auf klassische Verkaufsstrukturen ist nicht der Preis für niedrige Kosten – sondern der Schlüssel zu mehr Rendite und damit mehr Rente.
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