
- Verfasst vonPhilip Liebenow
- Veröffentlicht am03.January
- Lesezeit5min
Kaum ein Finanzthema bereitet den Deutschen mehr Sorgen als Angst vor Altersarmut und Gedanken um finanzielle Sicherheit im Alter. Im Zentrum dieser Debatte steht ein Begriff: die Rentenlücke. Doch was genau bedeutet das – warum klafft diese Lücke überhaupt und mit welchen Strategien in der Altersvorsorge lässt sie sich systematisch schließen?
Auf einen Blick
Definition: Die Rentenlücke ist die Differenz zwischen dem letzten Nettoeinkommen im Erwerbsleben und der tatsächlichen gesetzlichen Rente im Ruhestand.
Hauptursache: Der demografische Wandel – immer weniger Beitragszahler finanzieren immer mehr Rentner:innen.
Lösung: Mit zusätzlichen Vorsorgeprodukten, z.B. einer renditestarken betrieblichen Altersvorsorge (bAV) oder privater Vorsorge lässt sich die Rentenlücke verringern.
Was ist die Rentenlücke?
Die Rentenlücke beschreibt Deutschlands fundamentales gesellschaftliches Problem: Die gesetzliche Rente wird im Ruhestand deutlich niedriger sein als das durchschnittliche Einkommen im Erwerbsalter. Konkret schreibt die persönliche Rentenlücke die Differenz zwischen dem letzten Nettoeinkommen im Erwerbsleben und der tatsächlichen gesetzlichen Rente im Ruhestand.
Warum entsteht die Rentenlücke in Deutschland?
Haupttreiber der Rentenlücke ist der demographische Wandel in Deutschland. Die zunehmende Überalterung der Bevölkerung in Deutschland sorgt dafür, dass immer mehr Menschen Rente beziehen, während immer weniger Arbeitnehmende in das System einzahlen.
Das hat gravierende Folgen: Die niedrige gesetzliche Rente in Deutschland erhöht das Risiko für Altersarmut. Nach mindestens 35 Versicherungsjahren liegt die durchschnittliche Rente in Deutschland aktuell bei lediglich 1.623 €, während rund 20 % der Rentner:innen sogar mit weniger als 1.400 € monatlich auskommen müssen - und das bei immer steigenden Lebenshaltungskosten.
Die persönliche Rentenlücke berechnen und verstehen
Die persönliche Rentenlücke beschreibt die Differenz zwischen den tatsächlichen Einnahmen aus der gesetzlichen Rentenversicherung im Ruhestand und der gewünschten Rente (Zielrente) im Alter. Die Höhe der Zielrente hängt davon ab, welche Ausgaben voraussichtlich anfallen – diese können im Vergleich zum Erwerbsleben höher oder niedriger sein.
Was beeinflusst die persönliche Rentenlücke?
- Höhere Ausgaben im Ruhestand: z. B. gestiegene Freizeit- oder Gesundheitskosten
- Niedrigere Ausgaben im Ruhestand: z. B. wenn Finanzierungsraten für Immobilien oder Ausgaben für Kinder entfallen
Wie lässt sich die Rentenlücke verkleinern?
Die gute Nachricht: Die Rentenlücke ist kein unabwendbares Schicksal. Wer zusätzlich zur gesetzlichen Rente vorsorgt, kann die Lücke gezielt verkleinern. Zu den wichtigsten Möglichkeiten zählen:
- Betriebliche Altersvorsorge (bAV) – vom Arbeitgeber angeboten, mit Steuervorteilen und Arbeitgeberzuschuss
- Private Altersvorsorge – z. B. durch ETF-Sparpläne, Riester- oder Rürup-Rente
- Vermögensaufbau – z. B. durch Investitionen in Immobilien oder Wertpapiere
Besonders die betriebliche Altersvorsorge ist ein effektiver Hebel: Sie bietet nicht nur Steuervorteile, sondern auch einen gesetzlich vorgeschriebenen Arbeitgeberzuschuss von mindestens 15 % – und garantiert eine lebenslange Zusatzrente.
Fazit: Die Rentenlücke verstehen ist der erste Schritt
Die Rentenlücke in Deutschland ist real – und sie ist eine direkte Folge des demografischen Wandels und des sinkenden Rentenniveaus. Wer versteht, warum sie entsteht und wie hoch sie im eigenen Fall ausfällt, kann rechtzeitig gegensteuern. Der erste Schritt: Die eigene Situation analysieren und zusätzliche Vorsorge in Betracht ziehen.
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